Mit Chatbots und Co. das Lernen unterstützen
Lernen mit Chatbots

Die Artikel, die das Lernen mit Chatbots beleuchten, sind länger. Deshalb finden Sie hier die wichtigsten Aspekte. Zielgruppe sind Lehrer*innen, Trainer*innen und Ausbilder*innen. Technisch brauchen Sie im Zweifel nicht viel zu können.

Ein praktischer Tipp: Vieles, was zum Erstkontakt oder zum Überprüfen des Lernerfolgs benötigt wird, können Sie mit LearningSnacks.de realisieren. Das ist kein Chatbot, leistet aber eine Menge dessen, was mit einem Chatbot möglich wäre. Um zu testen, wie so eine Lösung angenommen wird, und sich selbst damit zu beschäftigen, ist es aber sehr nützlich.

Zur Orientierung haben wir das Vorgehen bei der Planung und Umsetzung unten auf dieser Seite bereitgestellt. Es ist unabhängig von der gewählten Plattform und stellt die acht wichtigsten Schritte kurz vor. Es beginnt dazu bei der Auswahl der Plattform. Auch dafür haben wir unten bereits Links gesammelt.

Das Wichtigste zum Start – start small

Fangen Sie klein an. Für eine Klasse, für einen Ausbildungsbereich oder für ein Thema. Der große Wurf braucht nicht nur Zeit, sondern auch eine Menge Knowhow und Material. Starten Sie mit einem überschaubaren Testcase dort, wo Sie Akzeptanz erwarten. Beispielsweise in einer Abschlussklasse mit eher lexikalischen Inhalten oder Definitionen. Das kann fürs Deutsch-Abitur ein Überblick über Epochen, Autor*innen, Stilmittel o.ä. sein. Rechnen Sie aber auch damit, genau diese Informationen in der Prüfung zu hören.

Wie schnell kann man einen Chatbot zu Lernzwecken aufbauen?

Das hängt davon ab … Nein, im Ernst, es ist entscheidend, was der Chatbots leisten soll. Kurze informative Inhalte, abrufbar über einen Messenger (Facebook) oder eine Website (fast jede Chatbot-Plattform kann das) – das braucht ein Wochenende. Noch schneller geht es mit den LearningSnacks.de (mehr dazu unten).

Soll der Chatbot mehr können, dauert es länger. Und zwar sowohl technisch (Sie brauchen mehr Intents und eine gute Differenzierung) wie auch inhaltlich (kaum ein bestehender Inhalt ist aus dem Stand ideal für die kurzen Chat-Blöcke geeignet).

Allerdings kann so ein Chatbot wirklich nur das Nötigste. Er antwortet auf Fragen mit Informationen, springt zum nächsten Block und stellt idealerweise vielleicht schon Links zu Youtube o. ä. bereit. Smalltalk gibt’s nicht, braucht man aber vielleicht auch (noch) nicht.

Worauf sollte man achten?

Die Plattform bestimmt die Möglichkeiten. Wenn die Plattform QuickReplies, also vorgefertigte Antworten zur Auswahl, anbietet, macht das vieles leichter. Sie brauchen dann keine tolle Freitexterkennung. Gleiches gilt für Bilder: Kann der Chatbot diese anzeigen, sind informative Bilder nützlich, sofern das Copyright geregelt ist. Dürfen Sie etwas nicht verwenden, hilft oft ein Link.

Liefern Sie genug Beispiele zum Verständnis. Damit ein Chatbot Texteingaben versteht, braucht er Beispiele. Da reicht eines nicht aus. Steckt eine KI dahinter, brauchen Sie mindestens zehn verschiedene Beispiele. Und verschieden meint: verschieden. Also nicht minimal variieren, sondern mit deutlichen Unterschieden. Mehr zur Erkennung von Beispielen finden Sie hier.

Wo wird der Chatbot gehostet? Diese Frage ist deshalb wichtig, weil beispielsweise Chatbots, die mit Dialogflow erstellt wurden, nicht automatisch den Regeln der DSGVO entsprechen. Achten Sie darauf, dass die DSGVO ausdrücklich bestätigt wird. Und: Fragen Sie keine persönlichen Daten ab. Alles, was im Chatbot geschieht, wird im Internet übertragen. Sagen Sie gleich am Anfang, dass die Nutzung anonym ist – wenn Sie das nicht anders lösen.

Wenn Sie wissen möchten, ob der Chatbot erfolgreich genutzt wurde, fragen Sie anonymes Feedback ab oder bitten Sie um eine Mail an Ihre persönliche Adresse. Die meisten Plattformen haben auch eine Analysefunktion und einen Trainingsbereich.

Wollen Sie sich damit nicht beschäftigen, reicht vielleicht schon LearningSnacks.de.

Was kann man damit machen?

Fachlich fast alles, was sich als Text oder Bild ausgeben lässt. In Schulfächern gedacht kann ein Chatbot eigentlich überall eingesetzt werden. Nehmen Sie das Beispiel von oben und variieren Sie das für Ihr Fach.

Im Unternehmen können Sie Sicherheitsvorschriften abrufbar machen (rechnen Sie nicht mit riesigen Zugriffszahlen), Prozesse Schritt für Schritt erklären o.ä.

Was kann so eine schnelle Lösung nicht?

Sie können nur bedingt prüfen, wie gut die Inhalte verstanden oder gelernt wurden. Natürlich können Sie mit QuickReplies kleine, multiple-choice-ähnliche Tests bauen. Sie können aber weder die Reihenfolge ändern noch Mehrfachauswahl erlauben. Das müssen Sie berücksichtigen. Und sie brauchen für jede Antwort eine motivierende Reaktion. Wenn Sie es einfacher haben möchten, probieren Sie LearningSnacks.de aus. Da haben Sie schnell einen kleinen Test zusammengebaut. Wenn Ihnen für die Inhalte ein Chatbot eher zusagt, können Sie für kleine Tests trotzdem aus LearningSnacks.de zurückgreifen.

Sie können nicht zwischen Themen springen. Ein schneller Lernbot zum Informieren statt Googeln beherrscht bei kleiner Ausbaustufe nur ein Thema. Brauchen Sie mehr, wird es schnell deutlich komplizierter. Teilen Sie ein Thema, das zu groß wäre, ggf. in mehrere Lernbots auf. Gleiches gilt für LearningSnacks.

Eine Idee zum Schluss

Ob Sie einen Chatbot erstellen möchten oder erst einmal mit LearningSnacks.de starten, machen Sie nicht alles allein. Lassen Sie im Deutschkurs die Stilmittel kurz beschreiben. Oder eine Ultrakurzbiographie zu den wichtigsten Autoren erstellen. Sammeln Sie das und machen Sie daraus – nach dem Copyright-Check – die ersten Einträge. Wer in einer geschlossenen Umgebung arbeitet (Schulnetz oder Firmennetz), kann damit schnell viel mehr Inhalte erstellen. Oder lassen Sie die Schüler*innen LearningsSnacks.de erstellen.

Wenn es nur um Lerninhalte geht, die abgefragt werden sollen, kann auch die Beschäftigung mit der Lösung von Brainyoo sinnvoll sein. Sie ist für Schülerinnen und Schüler gratis (Stand Q2/2021). Wird sie auf Schulsystemen verwendet, fallen Lizenzgebühren an, die sich an der Zahl der Lernenden orientieren.

Nützliche Links
  • Grundbegriffe zu Chatbots – Beitrag auf Chatbotcoaching.de zu den wichtigsten Begriffen
  • QuickReplies – Beitrag auf Chatbotcoaching.de zu konzeptionellen Überlegungen
  • Kiko-Bot – Chatbot-Lösung aus Leipzig (DSGVO-konform), in kleinem Rahmen kostenlos; leistungsfähige Lösungen möglich
  • Snatchbot – Chatbot-Lösung mit vielen Möglichkeiten, Templates und Infos zum Einsatz im Bildungsbereich; in begrenztem Rahmen kostenlos
  • Dialogflow – Chatbot-Plattform von Google, Trial-Version kostenlos (begrenzter Funktionsumfang); viele Beispiele auf Chatbotcoaching.de beziehen sich auf Dialogflow ES (DSGVO im Blick behalten)
  • LearningSnacks.de – leicht bedienbare Lösung für kleine Dialogsysteme (zur Information und/oder als Erfolgskontrolle); Klassenraum-Konzept zum Erstellen durch SuS
  • Brainyoo.de – Software zum Erstellen und Abfragen von Lerninhalten (vgl. Lernen mit Karteikarten)
Vorgehensweise Lernbot